Orgelwerke

Hamburg, St. Marien-Dom

Hamburg, St. Marien-Dom

Renovierung der Beckerath-Orgel von 1967 | IV/70 (1 Ext.) | 2027

  • Jahr2027
  • GrösseIV/70
  • Ort/KircheHamburg, St. Marien-Dom

Der St. Marien-Dom ist die Kathedralkirche des Erzbistums Hamburg und geistliches Zentrum der norddeutschen Katholiken im Herzen der Hansestadt. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 1893 prägt der neuromanische Bau das Stadtbild des Bezirks St. Georg. Bis heute findet hier ein reichhaltiges kirchenmusikalisches Leben statt.

Die Orgel auf der rückwärtigen Empore wurde 1965-67 durch Rudolf von Beckerath errichtet – ein eindrucksvolles Zeugnis im Schaffen der bedeutenden Hamburger Werkstatt. Die Erbauerfirma erweiterte das Instrument im Rahmen der großen Kirchensanierung im Jahr 2008 um zwei 32′-Register und ein schwellbares Hinterwerk. Das Fagott 32′ wurde damals zu einem 16′ umgearbeitet.

Nach Jahrzehnten intensiver Nutzung müssen technische Verschleißerscheinungen und klangliche Unzulänglichkeiten behoben werden, um die Orgel für die Zukunft tauglich zu machen. Unser Ziel der für 2027 geplanten Arbeiten ist es, das Instrument in seiner Substanz zu erhalten, technisch zu sichern und gleichzeitig behutsam weiterzuentwickeln, damit das Instrument in allen Belangen den hohen liturgischen und konzertanten Ansprüchen des Mariendoms gerecht wird.

Im Mittelpunkt steht die gründliche Reinigung und Revision des gesamten Instrumentes. Zudem wird der Spieltisch überarbeitet und die Elektrik gesichert sowie mit einer neuen Setzeranlage, MIDI-Steuerung, Bluetooth-Umblätterfunktion und einem Touch-Display mit umfassenden Funktionen ausgestattet. Die Anzahl der Pistons wird reduziert und die Registerzugschalter samt Schilder erneuert. Eine höhenverstellbare Orgelbank wird die Spielergonomie verbessern.

Weitere Optimierungen betreffen die Zugänglichkeit und Wartungsfreundlichkeit der inneren Anlage. Für Hauptwerk, Kronwerk und Pedal ergänzen wir Tonventilmagnete, so dass die Spieltraktur dann zusätzlich zur mechanischen Traktur komplett elektrisch angesteuert werden kann. Die Windlade im Hinterwerk wird mit anderer Teilung neu gebaut. Der Hinterwerk-Schwellkasten erhält zusätzliche Wartungstüren, neue Schwellermotoren sowie Auflagen von Multiplex- und Bleiplatten zur Erhöhung Schalldämmung. Die mechanische Spieltraktur zum Hinterwerk entfällt.

Besonderes Augenmerk gilt der klanglichen Seite. Unter Wahrung der stilistischen Eigenart des Instruments werden einige Register sinnvoll ergänzt oder umgearbeitet. Dazu wird eine sorgfältige Nachintonation bisherige Schwächen ausgleichen. Intensive intonatorische Arbeiten werden an den gedeckten Bassregistern (32′ + 16′ + 10 2/3′), zwei gemischten Stimmen (HW Mx .+ Corn.) und den Stimmen des Hinterwerkes notwendig. In fünf Registern werden vorhandene Aluminium-Stimmringe entfernt und die Pfeifen angelängt. Während das Cornett vom Hinterwerk ins Hauptwerk wechselt, werden Trompette harm. 8′ und Clairon harm. 4′ in klassisch-französischer Bauweise mit geeigneten Mensuren erneuert. Auch die Flûte harmonique 8′ erhält ab ab c° neue Pfeifen. Eine neue Bassextension ergänzt die Trompette harm. 8′ zum 16-Fuß. Unter Vorbehalt der Platzverhältnisse sind im Hinterwerk drei weitere Register vorgesehen: Basson-Hautbois 8′, Quinte 2 2/3′ und Terz 1 3/5′. 

Als neue klangliche Krönung werden zwei neue Zimbelsterne sowie eine Celesta die Orgelmusik stimmungsvoll begleiten können. Darüber hinaus wird das neue Hochdruck-Register Tuba episcopalis 8′ festliche Fanfarenklänge durch die Bischofskirche schallen lassen.

Hamburg, St. Marien-Dom (1/8)
Hamburg, St. Marien-Dom (2/8)
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Hamburg, St. Marien-Dom (6/8)
Hamburg, St. Marien-Dom (7/8)
Hamburg, St. Marien-Dom (8/8)

Disposition

I. Hauptwerk C-g3

  1. Prinzipal 16'
  2. Oktave 8'
  3. Spielflöte 8'
  4. Oktave 4'
  5. Hohlflöte 4'
  6. Quinte 2 2/3'
  7. Oktave 2'
  8. Flachflöte 2'
  9. Cornett V (aus Hinterwerk)
  10. Mixtur VI
  11. Zimbel III
  12. Trompete 16'
  13. Trompete 8'
    II-I, III-I (mech./elektr.), IV-I

II. Kronwerk C-g3

  1. Gedackt 8'
  2. Quintadena 8'
  3. Prinzipal 4'
  4. Rohrflöte 4'
  5. Oktave 2'
  6. Nasat 1 1/3'
  7. Sifflöte 1'
  8. Sesquialtera II
  9. Scharf IV
  10. Krummhorn 8'
  11. Schalmei 4'
    Tremulant
    III-II (mech./elektr.), IV-II

III. Schwellwerk C-g3

  1. Gedackt 16'
  2. Violprinzipal 8'
  3. Gemshorn 8'
  4. Schwebung 8'
  5. Rohrflöte 8'
  6. Oktave 4'
  7. Blockflöte 4'
  8. Nasat 2 2/3'
  9. Waldflöte 2'
  10. Terz 1 3/5'
  11. Septime 1 1/7'
  12. Mixtur V
  13. Englisch Horn 16'
  14. Oboe 8'
    Tremulant
    IV-III
     

IV. Hinterwerk (schwellbar) C-g3

  1. Flûte allemande 16'
  2. Flûte harmonique 8' (2027 neu ab c°)
  3. Viola da Gamba 8'
  4. Voix céleste 8'
  5. Principal 4'
  6. Fugara 4'
  7. Flûte octaviante 4'
  8. Quinte 2 2/3' (2027 u.V.)
  9. Octavin 2'
  10. Tierce 1 3/5' (2027 u.V.)
  11. Plein jeu V
  12. Trompette 16' (Extension, 2027 u.V.)
  13. Trompette harmonique 8' (2027)
  14. Basson-Hautbois 8' (2027 u.V.)
  15. Voix humaine 8'
  16. Clairon harmonique 4' (2027)
    Tremulant
    IV 16'/4'

Solo (floating, 2027) C-g3

  1. Tuba episcopalis 8' (Hochdruck, 2027)
  2. Celesta Glockenspiel (2027)
    Zimbelsterne (2027)

Pedal C-f1

  1. Untersatz 32'
  2. Prinzipal 16'
  3. Subbass 16'
  4. Quinte 10 2/3'
  5. Oktave 8'
  6. Rohrgedackt 8'
  7. Oktave 4'
  8. Nachthorn 2'
  9. Rauschpfeife III
  10. Mixtur IV
  11. Bombarde 32'
  12. Posaune 16'
  13. Fagott 16'
  14. Trompete 8'
  15. Trompete 4'
    I-P, II-P, III-P, IV-P, IV-P 4'


    Schleifladen
    mechanische Spieltraktur für I, II, III, P
    elektrische Spieltraktur zu IV
    elektrische Registertraktur
    Setzeranlage und Funktionsmonitor
    Registercrescendo
    Generalschwelltritt-Funktion
    MIDI-Steuerung (elektrische Ansteuerung der Spieltraktur)